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Dreamy - Zeitungsgeschichte

Es war einmal ein Land mit Bergen, die in den Himmel ragten, unendlich tiefen Seen, sanften Hügeln und dichten, dunklen Wäldern. Der Wienerwald war ein besonders schöner Wald mit vielen Laubbäumen und vielen Tieren. Im allerletzten Eck dieses Waldes, wohin sich nicht einmal der fleißigste Schwammerlsucher verirrte, lebte ein Einhornmädchen namens Dreamy.

Einhörner sind normalerweise traumhafte Wesen mit schimmernd weißem Fell und meist mit einer leuchtenden Mähne. Aber dieses nicht. Es hatte kurze dicke Beine und war überhaupt nicht wirklich schlank, eher rundlich. Sein Fell war nicht weiß, sondern es hatte lauter kleine Pünktchen, aber keine schwarzen, sondern in den verschiedensten Farbtönen. Die Mähne des Fabeltieres hatte die Farben des Regenbogens, aber sie war nicht lang und seidig, sondern kurz und struppig.

Dreamy schämte sich über ihr Aussehen. Aus diesem Grund war es von ihrer Herde davongelaufen und lebte nun hier im dichten Wald ganz alleine.

Manchmal war das Einhornmädchen traurig, weil da niemanden war, der es lieb hatte. Dreamy stellte sich vor, wie schön es wäre, mit jemanden zu lachen und manchmal vielleicht auch zu weinen. Vor allem aber hätte sie gerne die Freude an all dem Schönen rundherum mit jemandem teilen wollen. Fangerl spielen, miteinander reden und in der Nacht aneinander kuscheln, das würde sie gerne mit einem Freund. So war sie ganz einsam.

Wenn sie nun über diesen Umstand unglücklich war, ließ sie ihren Kopf ganz tief hängen. Sie trottete dann so, dass ihr die Gräser in der Nase kitzelten. Dann musste Dreamy wieder lachen. Wenn es Brennnesseln waren, die ihre Nüstern berührten, musste sie auch niesen, oft fünfmal hintereinander.

Da war dann das gepunktete Wesen wieder gut aufgelegt und sprang fröhlich durch das Gras. Oft lief es zu einer Lichtung, wo die Grashalme besonders hoch wuchsen, sodass nur mehr die bunte Mähne und die Ohren zu sehen waren, unser Einhornmädchen war ja auch nicht besonders groß.

Eines Tages, als das kleine Einhorn wieder vergnügt zwischen den hohen Grashalmen herumhüpfte, stieß sie plötzlich an einen großen weißen Stein.

„Ein weißer Stein? Gibt es das überhaupt?“, dachte das Einhorn. Dann sprang es plötzlich mit allen vier Beinen in die Höhe. Der Stein bewegte sich!

Aus dem runden Etwas kamen plötzlich zwei Äugelein und eine runde Schweinenase hervor.

Dreamy und der weiße Stein starrten einander an.

Dann lispelte Dreamy, unser Einhorn hatte nämlich auch einen leichten Sprachfehler: „Was bist denn Du da?“

„Ich bin ein Schwein“ grunzte, nein, eigentlich piepste das Tier „aber ich bin zu dünn und mein Fell ist weiß und gekräuselt wie von einem Pudel; und ich piepse. Deshalb bin ich von unserem Bauernhof weggelaufen und will jetzt hier in diesem Wald leben.“

Das Einhorn vergaß den Mund zuzumachen. Dreamy kannte ja kein Schwein. Sie fand ihr Gegenüber so hübsch, es hatte ein wundervolles Fell und war so schlank, wie das schönste Einhorn.

„Willst Du mein Freund sein? Ich bin ein Einhorn und heiße Dreamy. Ich hätte so gerne einen Freund. Ich lebe nämlich hier, weil ich zu dick bin für ein Tier meiner Art. Mein Fell hat die falsche Farbe und ich lisple …. deshalb lebe ich hier alleine. Aber ich finde dich wunderschön.“

Das Schwein namens Bobby bewunderte dafür das Einhornmädchen. Er wusste ja auch nicht, wie diese Fabeltiere ausschauen sollten. Bobby empfand sein Gegenüber als wunderschön, es war so dick, wie er es gerne wäre. Außerdem wäre es bestimmt sehr schön, hier nicht alleine zu leben und so sagte er zum Einhorn: „ Ja, ich will gerne dein Freund sein und mit dir hier leben!“

So lebten sie sehr glücklich miteinander im Wienerwald, im allerletzten Eck, wohin sich nicht einmal der fleißigste Schwammerlsucher verirrte. Das Pärchen hüpfte durch die Lichtungen mit den hohen Grashalmen, spielten Fangerln, lachten miteinander, bewunderten die Bäume, die Tiere und die Sterne und kuschelten in der Nacht miteinander.

An einem warmen, sonnigen Tag, am 21.3., bekamen sie ein Baby. Es war für die beiden ein Wunder. Vor Ihnen im Grasbettchen lag ein wunderschönes Schweinhorn.